Die Datenschutzreform – Was auch Networker wissen sollten (Teil 1)

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Ab dem 25. Mai diesen Jahres trat die europaweite Datenschutzreform in Kraft, die unter anderem auch auf Social Media und Online Marketing Auswirkung hat.

Folgende drei Gesetze sind Grundlage dieser Reform:

  • Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Ein einheitliches Datenschutzgesetz für alle EU-Mitgliedsstaaten.
  • ePrivacy-Verordnung (ePrivacy-VO). Ein Gesetz, welches u.a. Cookies sowie Nutzertracking online und offline betrifft.
  • Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Das neue BDSG (BDSGNeu) ist kein selbstständiges Datenschutzgesetz, sondern enthält lediglich ergänzende und erläuternde Regelungen zur DSGVO (z.B. zur Videoüberwachung oder zu Beschäftigten).
Wer ist betroffen von der DSGVO?

Anbieter von Websites, Shops und Apps, jedes Unternehmen, Freiberufler und auch jeder, der kostenlose Online Angebote unterbreitet.

Wann kommt die Datenschutzreform zur Anwendung?

Wenn personenbezogenen Daten verarbeitet werden, kommt die neue DSGVO zum Tragen.
Personenbezogene, identifizierende Daten sind: Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Bildaufnahmen.
Außerdem zählen dazu IP Adressen, Cookies und Fingerprints, da diese als Adressaten von Remarketing-Anzeigen identifiziert werden.

Verarbeitung ist Praktisch jeder Art des Umgangs mit personenbezogenen Daten wie Speicherung, Auswertung oder Gewährung eines Zugriffs gegenüber Dritten (z.B. dem Webhoster auf dem Server mit Kundendaten).

Wann ist die Verarbeitung personenbezogener Daten erlaubt?

Grundsätzlich ist die Verarbeitung verboten, in Ausnahmefällen aber erlaubt wenn:

  • Betroffene eingewilligt haben (Art. 6 Abs. 1 lit. (a), 7 DSGVO)
  • Es für die Vertragserfüllung oder um Anfragen zu beantworten erforderlich ist (Art. 6 Abs. 1 lit. (b) DSGVO)
  • Wenn das Gesetz es vorsieht (z.B. wenn Kundendaten für die Steuer gespeichert werden) (Art. 6 Abs. 1 lit. (b) DSGVO)
  • Wenn ein berechtigtes Interesse an der Verarbeitung besteht, z.B. am Onlinemarketing (Art. 6 Abs. 1 lit. (f) DSGVO)
Fazit: Warum jeder Networker und Freiberufler die neuen Richtlinien umsetzen sollte

Die DSVGO ist seit dem 25.05.2018 in Kraft. Jeder Networker und Freiberufler sollte sich vor Anzeigen und Abmahnungen schützen, indem er die Anforderungen der DSVGO umsetzt. Tut er das nicht drohen hohe Strafen.
Bisher lag der Bußgeldrahmen in Deutschland bei 50.000 Euro beziehungsweise in einigen Sonderfällen bis zu 300.000 Euro im Maximum. Nun steigt der Bußgeldrahmen dem Grunde nach auf bis zu 20 Millionen Euro. Alleine die beiden Zahlen 300.000 Euro und 20 Millionen Euro zeigen, wohin die Reise geht und wie wichtig es für jeden Unternehmer ist, die neuen Richtlinien zu erfüllen.

Statistiken sagen, dass in Zukunft 40% aller Verstöße gegen die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung bei dem Umgang mit Daten auf Papier begangen werden und die EU dafür bekannt ist, dass Abmahnungen auch ausgeführt werden.

Es können Datenschutzverletzungen mit Bußgeldern von bis zu 20 Millionen Euro oder 4% des globalen Umsatzes eines Unternehmens verhängt werden. Wie sieht deine Strategie zum Einhalten der Richtlinien aus?

Bildquelle: (c) by Pixabay/Kahhl

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